Battlefront 2: A new hope ?

Als das erste neue Battlefront angekündigt wurde, hatte mich der Hype-Train mit voller Wucht erfasst. Die imposante Grafik, kombiniert mit den legendären Helden und Fahrzeugen aus Star Wars verhieß ein grandioses Spielerlebnis. Doch schon kurz nach Release war die Vorfreude der Ernüchterung gewichen. Kein Teamplay, wenig Abwechslung, ein fehlender Singleplayer und am PC schon nach wenigen Wochen gähnende Leere auf den Servern.

Noch bevor die Enttäuschung über den ersten Teil der Neuauflage verklungen war, kündigten DICE und EA bereits einen Nachfolger an und versprachen, man habe aus den Fehlern gelernt. Aber haben sie das wirklich? Ich habe es gehofft, schließlich zeigen Publisher und Entwickler mit der Battlefield-Reihe regelmäßig, dass sie etwas von epischen Schlachtern und Multiplayer-Gefechten verstehen.

Und nach der Beta? Nach der Beta ist die Hoffnung der Ernüchterung gewichen. Zwar sind an einzelnen Stellen Verbesserungen gegenüber dem ersten Teil erkennbar, aber die dunkle Seite ist weiterhin stark in Battlefront!

BF2Beta3

Was hat sich verbessert?
Verbesserungen finden sich in geringem Umfang sowohl im Hinblick auf den Raumkampf, als auch an, was die Unterschiedlichkeit der einzelnen Infanterie-Klassen angeht. Die auffälligste und bedeutsamste Verbesserung ist jedoch das Battlepoint-System.

Zukünftig können Fahrzeuge oder Helden nichtmehr auf dem Spielfeld aufgesammelt werden, sondern müssen verdient werden. Hierzu werden dem Spieler für verschiedene Aktionen, wie das Ausschalten von Gegnern oder das Erfüllen von Missionszielen sogenannte Battlepoints gutgeschrieben, welche wir wiederrum gegen den einmaligen Einsatz besonders mächtiger Einheiten tauschen können.

Dieses neue System führt dazu, das Spieler nichtmehr an den Spawnpunkten der Fahrzeuge campen, sondern sich aktiver an der Schlacht beteiligen müssen, um dem Gegner im späteren Spielverlauf als Jedimeister oder Sith mächtig einheizen zu können.
Die Schattenseite ist hingegen, dass diese mächtigen Einheiten vor allem den besseren Spielern vorbehalten bleiben und das Balancing einer Partie empfindlich stören können. Denn auch mit den Spezialklassen können Battlepoints gesammelt werden, so das bereits starke Spieler sich schnell in einer Aufwärtsspirale befinden, während andere es schwer haben aus ihrer Opferrolle herauszukommen.

Auch wenn das Battlepoints-System noch nicht ganz ausgereift ist, ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Darüber hinaus sind leider keine nennenswerten Verbesserungen festzustellen. Weiterhin fehlt es an Spielmodi, die echte Abwechslung versprechen würden und Interaktionsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Klassen. Nach dem dritten Durchgang des abgewandelten Walker-Assault auf Naboo, war der Spielverlauf in der Beta bereits völlig repetitiv.

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Der größte Schwachpunkt ist auch diesmal das Squad-System. Wieder ist es nicht möglich, ein eigenes Squad zu erstellen, wieder haben wir keine Möglichkeit unseren Spawnpunkt selbst zu bestimmen und wieder wird uns so das Zusammenspiel mit Freunden unnötig erschwert.
Zwar soll das Zusammenspiel mit den zufällig ausgewählten Squadmembern durch mehr Battlepoints honoriert werden, doch auch dies fällt enorm schwer, da die uns in aller Regel unbekannten Mitspieler nicht mal farbig auf der Karte hervorgehoben werden.

Wenig Abwechslung, praktisch kein Teamplay, die alten Schwächen sind auch die Neuen! Damit zeigt sich Battlefront 2 in der Beta erneut als grafisch bombastisch anmutende Weltraumballerei, die aber wenig Anspruch an seine Spieler stellt. Hier kämpft jeder für sich. Nun liegt all meine Hoffnung auf der Singleplayer-Kampagne. Diese könnte noch ein wirkliches Highlight werden. Sollte jedoch auch hier der Umfang gering ausfallen, ist Battlefront 2 ein Spiel, das den angepeilten Preis von bis zu annähernd 90€ nicht rechtfertigen kann.

Christian Heldmaier

Geschrieben von: Christian Heldmaier

Gelernter Mediengestalter und Master of Science in der Fachrichtung Publishing. Zertifizierter Social Media Manager mit Erfahrung im Verlagsmarketing und hauptberuflich derzeit im Webmonitoring tätig.

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  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Black Flag hat mich von der Story her nicht packen können, hatte mir mehr erwartet und das Gameplay war damals einfach nichts für mich. Ist ja aber immer so, wenn in/an einer Serie was geändert wird, gibt es immer unterschiedliche Meinungen.
  • Daniel Walter Daniel: Ich war immer ein Fan der alten Herangehensweise und vermisse es daher im neuen Teil ein wenig. Trotzdem ist Origins wirklich gut, auch wenn es nicht an meine Favoriten AC 2 und AC Black Flag heranreicht.
  • Tim-Oliver Siegwart Tim-Oliver Siegwart: Die Neuausrichtung gefällt mir sehr gut. Die Architektur ist wunderschön und die Story gut gemacht. Auch die vielen Nebenquests und jetzt mit Level 40 die Community Events sind super. Das ewige geklettere und Dauerblocken aus den Vorgängern war einfach idiotisch, finde das jetzt überzeugender.