Batman: Arkham Knight

Arkham-Knight
Mit „Batman: Arkham Knight“ findet die beliebte Arkham-Trilogie, zu der der letzte Batman-Titel „Arkham: Origins“ nicht dazugehört, ihren Abschluss. Ein weiteres Mal schlüpfen wir in die Rolle des dunklen Ritters und schwingen uns durch die übelste aller Städte, durch Gotham City.
Am Ende des zweiten Teils der Reihe, „Arkham City“, konnten wir den Tod des Jokers, Batmans Widersacher Nummer 1, miterleben. Bevor „Arkham Knight“ richtig beginnt, sehen wir das Gesicht des bösartigen Clowns im Krematorium und können eigenhändig den Knopf drücken, der die Flammen unter ihm entfacht. Das Ganze geschieht zu entspannten Swing-Klängen von Frank Sinatra und ist alles in allem schon ein recht grotesker Spieleinstieg.

Nach einem Zeitsprung von neun Monaten finden wir uns im Gotham City der Gegenwart wieder und können eine mit Halloween-Dekoration geschmückte Stadt bewundern. Entgegen der Erwartungen steuern wir allerdings nicht sofort den dunklen Rächer, sondern schlüpfen in die Ego-Perspektive eines Polizeibeamten der Stadt, der sich gerade in einem typisch amerikanischen Diner befindet. Nachdem wir etwas bestellt haben, werden wir von der Bedienung auf einen Gast aufmerksam gemacht, der alleine und mit tief sitzender Kapuze am anderen Ende des Lokals sitzt und die Luft mit seinem Zigarettenqualm verpestet. In dem Moment als wir versuchen ihn darauf anzusprechen, dass das Rauchen hier nicht gestattet ist, dreht er sich zu uns um und offenbart sein entstelltes Gesicht. Bei dem Fremden handelt es sich offenbar um Scarecrow, der uns unmittelbar angreift, kurz bevor im gesamten Dinner das Chaos ausbricht. Unter Einfluss seines Angstgases prügeln sämtliche Restaurantbesucher aufeinander ein und wir erkennen zunehmend welche Zerstörung Scarecrow in der gesamten Stadt angerichtet hat. Innerhalb von nur 24 Stunden verliert die Polizei die Kontrolle. Gotham City befindet sich nun in der Hand eines der gefährlichsten Verbrecher des Landes.

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Wie wir allerdings im Laufe des Spiels feststellen müssen, ist Scarecrow nicht unser Hauptproblem, sondern der geheimnisvolle Arkham Knight, der seine Identität bis ganz zum Schluss vor uns verbirgt. Um wen es sich dabei handelt und was das Ganze mit Batmans Vergangenheit zu tun hat, offenbart sich uns erst am Ende der Geschichte. Bis dahin gilt es zahlreiche Verbrecher zu verprügeln, Rätsel zu lösen und unzählige Kilometer mit dem neuen Batmobil zurückzulegen.

Gameplay

Beim Kampfsystem ist im Prinzip alles beim Alten geblieben. In der direkten Konfrontation mit unseren Gegnern können wir auf Faustangriffe und Tritte zurückgreifen.Zudem setzen wir unseren Umhang ein, um diverse stärkere Widersacher kurzfristig außer Gefecht zu setzen. Einige unserer Feinde verfügen über Waffen oder Schutzschilde. Sie müssen mit speziellen Taktiken angegriffen werden. So lassen sich Letztere beispielsweise per Luftangriff ausschalten, die bewaffnete Verbrecher sollten dagegen stets zuerst beseitigt werden, um nicht hinterrücks von einer Schusssalve erledigt zu werden.

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Auch haben wir wie gehabt die Möglichkeit, uns an Gegner heranzuschleichen und diese lautlos auszuschalten. Dies ist immer dann erforderlich, wenn wir uns in einem Areal befinden, in dem es mehrere bewaffnete Feinde gibt. Hier sollte es stets vermieden werden, zu viel Aufmerksamkeit zu erregen, da man sonst sehr schnell von den Schusswaffen erwischt wird. Um die verdeckten Angriffe einleiten zu können, sind in diesen Situationen die höher gelegenen Aussichtspunkte äußerst nützliche Helfer. Diese ermöglichen es uns, das Spielfeld zu überblicken sowie die Gegner im Auge zu behalten, umdiese im entscheidenden Moment von oben zu attackieren. Mit speziellen Rauchgranaten können wir uns außerdem ungesehen aus der Schusslinie begeben, falls wir bei unserem taktischen Vorgehen doch mal einen Fehler machen sollten.

Im Laufe des Spiels können wir immer wieder in die Rolle anderer Helden und Antihelden schlüpfen. So kommen wir beispielsweise in den Genuss, als Nightwing oder Catwoman zu spielen. Die Special Edition des Spiels beinhaltet außerdem einige Harley Quinn Missionen, die es uns möglich machen, die ehemalige Geliebte des Jokers zu steuern und dadurch für einige Zeit die Seiten zu wechseln.
In diversen Levelabschnitten treten Batman und ein Verbündeter gleichzeitig auf, um zusammen gegen eine Gruppe von Feinden zu kämpfen. Hier lässt sich zwischen den Helden hin und her schalten, zudem können einzigartige Kombo-Angriffe ausgelöst werden, bei denen die Widersacher erst vom einen und dann vom anderen Superhelden vermöbelt werden. Einige Gegner, die farblich gesondert hervorgehoben werden, lassen sich dagegen nur von einem der beiden Maskierten angreifen, wodurch ein Wechsel auf diesen Charakter vonnöten ist, um besagten Verbrecher zu erledigen. Diese Neuerung verhilft dem Kampfsystem zu einem zusätzlichen Schwerpunkt, der für Einiges an Abwechslung sorgt. Die Stellen, an denen die Teamarbeit möglich ist, sind allerdings recht rar gesät, was in Anbetracht dessen, wie gut diese speziellen Kämpfe gelungen sind, etwas schade ist.

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Eine weitere elementare Ergänzung zum klassischen Arkham-Gameplay ist das im Vorfeld groß angekündigte Batmobil. Dieses ist einerseits ein durchaus praktisches Hilfsmittel, mit dem wir uns schnell durch die Stadt bewegen können, um von einem Ziel zum nächsten zu gelangen. Auch einige anspruchsvollere Kletterpassagen, bei denen wir die Seilwinde das Wagens nutzen müssen, um auf den Dächern der Stadt unser Unwesen zu treiben, sind durchaus gelungen und sind eine nette Erweiterung. Leider gibt es im Storyverlauf auch immer wieder lange, wirklich anstrengende Kämpfe zu absolvieren, bei denen wir im Batmobil die Panzer des Arkham Knight und am Ende auch ihn selbst in seinem Fahrzeug besiegen müssen. Diese entpuppen sich leider als recht oberflächliche, langwierige Schießereien, die in der Regel daraus bestehen, einige Gegner zu vernichten, sich anschließend zu verstecken bis diese einen nicht mehr suchen, um dann von vorne zu beginnen. Die Fahrzeug-Kämpfe sind nicht nur recht eintönig, sondern leider meist auch viel zu lang. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass es innerhalb der Kämpfe in der Regel keinen Speicherpunkt gibt, was dazu führt, dass man bei einem Fehler die gesamte Batmobil-Schießerei von vorne beginne muss.

Leider sind aufgrund der Einführung des Batmobils auch die Wege zwischen den einzelnen Einsätzen oftmals so weit, dass man mehr oder weniger dazu gezwungen wird, das Batmobil auch zu benutzen, da man sonst ewig unterwegs ist. Aus diesem Grund fallen leider überwiegend die Passagen weg, in denen wir uns von Haus zu Haus schwingen mussten, um unser nächstes Ziel zu erreichen.

Eine Sache, die hingegen diesmal wirklich gut gelungen ist, ist die Auswahl an unterschiedlichen Nebenmissionen. Hier sind es vor allem die Aufgaben des Riddlers, der Catwoman gefangen genommen und mit einem Explosivhalsband ausgestattet hat, die herausstechen und einige wirklich knackige Rätsel für uns bereithalten. Diese beinhalten Kampfmissionen, klassische Kombinationsrätsel sowie Autorennen mit dem Batmobil oder Gleitübungen mit unserem elektrostatischen Umhang. Selten waren Nebenmissionen und deren Schauplätze so detailliert herausgearbeitet und ebenso selten lieferten diese einen solchen Mehrwert für die eigentliche Story. Auch die Nebenmissionen, bei denen wir die Handlanger des Pinguins durch die gesamte Stadt verfolgen müssen, um die Waffenlager des Ganoven ausfindig zu machen sowie die Sidequests, bei denen wir verschiedene Banküberfälle von Two Face vereiteln müssen, überzeugen auf ganzer Linie. Sehr interessant sind auch die mysteriösen Mordfälle, die die Stadt seit geraumer Zeit erschüttern. Auf der Suche nach dem Täter müssen wir die überall in Gotham verstreuten Leichen ausfindig machen. Diese können an Ort und Stelle mithilfe unserer Ausrüstung forensisch untersucht werden. Auch eine detaillierte Detektivarbeit, während der wir verschiedene Spuren zu einem Gesamtbild zusammenfügen müssen, erwartet uns sowohl in der Hauptmission als auch in den Nebenaufgaben immer wieder.

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Am Ende des Spiels entscheidet sich Batman dazu, seinen Umhang an den Nagel zu hängen und dieses Kapitel von Gothams Geschichte zu beenden. Das sogenannte Knightfall-Protokoll kann allerdings erst dann initiiert werden, wenn eine gewisse Anzahl an Nebenmissionen absolviert wurde. Auf diese Weise wird hier ein netter Anreiz geschaffen, sich die größtenteils sehr sehenswerten Ergänzungsmissionen auch wirklich einmal anzuschauen.

Eine Neuerung, die dagegen wirklich überflüssig ist und im fortgeschrittenen Spielverlauf immer mehr zu nerven beginnt, ist die Tatsache, dass der tote Joker omnipräsent ist. Dieser erscheint immer wieder vor Batmans geistigem Auge. Er gibt dem dunklen Ritter Tipps, macht ihm Vorwürfe wegen seines Todes und hält ständig pseudo-lustige Kommentare bereit. Es hätte der Reihe, die schon bei Teil zwei voll und ganz im Zeichen des bösen Clowns stand, nicht geschadet, wenn man nach dem Intro, in dem der Joker verbrannt wird, vollständig auf ihn verzichtet hätte. Die Story um den Arkham Knight ist eigentlich umfassend genug und hat diesen größtenteils extrem anstrengenden Sidekick nicht wirklich nötig.

Batman: Arkham Knight

Grafik

Wie schon bei den vorangegangenen Teilen kommt auch in „Arkham Knight“ die Stimmung in Gotham wirklich gut rüber. Die Stadt sieht wieder richtig gut aus und erstrahlt dieses Mal, nachdem es in „Arkham: Origins“ die Weihnachtsdekoration war, in voller Halloween-Montur.
Grafisch nicht ganz so optimal kommen die Fahrten im Batmobil daher, die schon sehr retro aussehen und insgesamt auch einfach viel zu bunt sind.
Nichtsdestotrotz ist der vorliegende Titel, der als erster Teil der Reihe auf der aktuellen Konsolengeneration erschienen ist, optisch ein Hingucker, bei dem auch kleinere grafische Details wie die Regentropfen auf Batmans Cape oder die Lichtreflektionen auf dem nassen Boden realistisch umgesetzt wurden.

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Sound

Musikalisch setzt „Arkham Knight“ wie gewohnt auf schwere und düstere Orchesterklänge, die während des gesamten Spielverlaufs im Hintergrund die zum gezeigten Geschehen passende Stimmung kreieren. Mit dem grotesken Frank-Sinatra-Intro sowie einer Nebenmission, bei der wir die Stadt nach bizarr ausgestellten Leichen durchsuchen und dabei opulenten Opernklängen folgen müssen, bricht das Spiel ein wenig aus dem klassischen Muster aus. Dadurch sorgt es für kleinere soundtechnische Überraschungen, die sehr gut gelungen sind.

Fazit

„Batman: Arkham Knight“ behält den elementaren Spielablauf der Reihe bei und ergänzt diesen um einige mehr und andere weniger sinnvolle Neuerungen. Positiv lassen sich die Teamkämpfe sowie die wirklich sehr gut herausgearbeiteten Nebenmissionen hervorheben. Auch die Story ist gut inszeniert und bietet gerade Comicfreunden zum Abschluss noch einmal die wichtigsten Charaktere des Batman-Universums. Das im Vorfeld groß angepriesene Batmobil ist dagegen eigentlich die größte Enttäuschung des Spiels. Auch wenn das Fahrzeug in einigen Momenten für interessante Aspekte sorgt, wie beispielsweise bei diversen Riddler-Aufgaben, so ist es doch insgesamt einfach zu präsent. Gerade die Kämpfe im Fahrzeug sind leider wirklich eintönig und langatmig.

Alles in allem betrachtet ist vor allem die Story ein würdiger Abschluss der Reihe und auch das Spiel an sich macht, abgesehen von diversen nervigen Batmobil-Ballereien, weitestgehend wirklich Spaß. (Daniel Walter)

Positiv

  • Teamkämpfe mit mehreren Helden
  • Gelungene Nebenmissionen, u.a. mit Rätseln oder Detektivaufgaben
  • Spannende Story mit überraschendem Ende

Negativ

  • Eintönige Batmobil-Kämpfe
  • Nerviger, toter Joker
  • Teamkämpfe finden leider zu selten statt
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Daniel Walter

Geschrieben von: Daniel Walter

Hat seit der ersten PlayStation keine Konsolengeneration ausgelassen und interessiert sich vor allem für Adventures, RPGs und Actiongames. Neben der Arkham- und Assassin's Creed Reihe liegen auch sämtliche Star-Wars-Titel stets hoch im Kurs.

2 Kommentare hinzugefügt

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  1. Lisa 15. März 2016 | Antworten
    Hallo MGM. Könntet ihr noch ein kleines Gameplayvideo machen?

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Neueste Kommentare

  • Florian Richter Florian Richter: Ja Telltale weiß einfach wie man die Fans der Filme und die der Comics vereinen kann. Die Charaktere sind wirklich gut gelungen und man muss nicht überlegen wen man da auf dem Bildschirm hat.
  • Tim: Habe Guardians im Flugzeug gespielt, davor den 1. Kinofilm gesehen. Die Umstellung im Design der Charaktere ging recht schnell und ist einfach auch richtig gut gemacht.
  • Dominik Probst Dominik Probst: Kann ich schon verstehen. Aber Merchandise ist immer schön anzusehen :D