Atelier Sophie: The Alchemist of the Mysterious Book

Mit Atelier Sophie: The Alchemist of the Mysterious Book geht die Atelier-Reihe von Gust nunmals in die 17te Runde. Bereits 2016 wurde das Spiel für die PS4 veröffentlicht, doch seit wenigen Tagen ist es auch für Steam erhältlich. Wir haben das Spiel einem Test unterzogen und verraten euch, ob sich ein Kauf lohnt.

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Wir schlüpfen in die Rolle von Sophie, einer total unerfahrenen Alchemistin. Nach dem Tod ihrer Großmutter, die in der Stadt Kirchen Bell so etwas wie eine Berühmtheit war, versucht sie genau so gut zu werden, wie sie. Deswegen trainiert und braut sie jeden Tag, egal wie es denn ausgehen wird. Das erste Mal, an dem wir teilhaben dürfen, geht leider völlig schief. Der Inhalt des Kessels färbt sich plötzlich grell rosa und hat einen stechenden Geruch. Sophies Traum ist es, die beste Medizin und andere Gegenstände zu kreieren, damit jeder in Kirchen Bell auf sie angewiesen ist, so wie sie es bei ihrer Großmutter waren. Etwas verzweifelt sucht sie jetzt nach einer Möglichkeit, ihre Alchemie-Kenntnisse zu verbessern. Und was liegt natürlich am Nähesten? Sie will erst mal aufräumen!

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Es klopft an der Tür und Monika Ellmenreich, eine Freundin von Sophie, taucht auf. Sie hat einen speziellen Auftrag für uns, wir sollen nämlich Berg Medicine für Mr. Horst herstellen. Wir haben natürlich überhaupt keine Ahnung wie man Berg Medicine herstellt, deswegen durchstöbern wir die Buchsammlung unserer Oma. Wir finden ein geheimnisvolles Buch, dass uns anscheinend noch nie aufgefallen ist. In diesem sind auch nur die ersten Seiten vollgeschrieben, der Rest besteht aus leeren Seiten. Uns fällt beim Ansehen dieses Buches das Rezept für Berg Medicine ein und sogleich brauen wir es. Danach geben wir es Mr. Horst und kehren nach Hause zurück. Dort wartet ein fliegendes Buch auf uns. Ein fliegendes Buch? Ja, richtig gelesen. Das uns vorher noch komplett unbekannte, relativ leere Buch, namens Plachta ist zum Leben erwacht. Plachta hat ihre Erinnerungen verloren und weiß nur noch, dass sie etwas mit Alchemie zu tun hat. Lange Rede kurzer Sinn: Wir beginnen unser Abenteuer, in dem wir die Seiten von Plachta mit neu erlernten Rezepten füllen und ihr so ihre Erinnerungen zurückbringen.

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Der Hauptbestandteil des Spiels ist natürlich die Alchemie selbst. Durch verschiedene Aktionen im normalem Leben kommen wir immer wieder auf neue Rezeptideen. Solche Aktionen können beispielsweise das Auffinden von bestimmten Ressourcen sein, eine bestimmte Anzahl an Schritten, die wir gegangen sind, oder aber unsere Freunde bringen uns auf eine Idee. In unserem Rezeptbuch werden diese Ideen gesammelt, und auch die Materialien angezeigt, die wir für die Herstellung benötigen. Eine Vielzahl an Materialien lässt sich selbst herstellen, manche müssen auch gefunden werden. Dafür müssen wir natürlich erst mal unser Haus verlassen.

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Draußen angekommen, will das ganze Dorf Kirchen Bell erkundet werden. Hier gibt es eine Kirche, in der wir geheiligte Objekte kaufen können, dann gibt es noch eine Gemüsehändlerin bei der wir einkaufen dürfen, und ein Café, in dem Mr. Horst arbeitet. Er gibt uns einige Zeit spät immer wieder Quests von Bürgern, die wir annehmen können. Dafür bekommen wir wiederrum etwas Geld zum Ausgeben. Bei ihm kann man auch Gerüchte erwerben, die zum Beispiel eine große Anhäufung von einer Ressource preisgibt, oder es wurde ein großes Monster gesichtet. Im späteren Spielverlauf kommen noch einige andere, hilfreiche Shops dazu, die beispielsweise neue Waffen oder Rüstung verkaufen. Wir müssen auch nicht durch das ganze Dorf laufen, sondern können die Schnellreise nutzen.

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Haben wir uns nun Kirchen Bell etwas näher angesehen, wird es Zeit in die Natur zu gehen. Mithilfe der Schnellreise kommen wir ganz fix auf die Weltkarte. Dort gibt es verschiedene Orte, an die wir reisen können. Im Laufe des Spiels werden es viele, viele mehr. Haben wir uns für einen Ort entschieden, laufen wir dort hin. Auf unserem Weg können immer wieder mal Zufallsereignisse auftauchen. Diese werden aber mit einem roten Punkt angezeigt. Diese Ereignisse können zum Beispiel ein Kampf sein oder das Auffinden von Geld.

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Sind wir im ausgewählten Areal angekommen, können wir uns auf die Suche nach Rohstoffen und Monstern begeben. Meist bestehen diese Areale nur aus einem Bildschirm, das heißt, dass wenn man die Karte verlässt, man sich auch wieder auf der Weltkarte befindet. Manche Orte sind größer und erlauben so zum Beispiel das Betreten einer Höhle oder Ähnlichem. Auf unserer Minimap in der rechten oberen Ecke werden sammelbare Objekte mit einem grünen Punkt dargestellt, Feinde mit einem roten. Die sammelbaren Ressourcen werden auch in der Spielwelt mit einer weißlich leuchtenden und rauchenden Kugel dargestellt. Heben wir sie auf, erhalten wir eine zufällige Anzahl an Ressourcen, die auch in der Qualität unterschiedlich sind, dazu aber später mehr.

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Ein wichtiges Gameplay-Merkmal ist die Zeit. Ein Tag besteht aus 24 Stunden und beginnt natürlich mit dem Morgen und endet mit der Nacht. Eine Woche besteht aus fünf Tagen, wovon jeder Tag einen anderen Zyklus einer Pflanze dastellt: Sprössling -> Knospe -> Blume -> Frucht -> Samen. Die letzten beiden stellen das Wochenende dar, bei dem zum Beispiel die Dorfbewohner anderen Tätigkeiten nachgehen. Ein Monat besteht aus 30 Tagen, also sechs Wochen. Je nach Tageszeit und Wochentag ändern sich die auffindbaren Ressourcen und Monster. Bewegt man sich nur auf einem Bildschirm herum, vergeht die Zeit nicht. Wechselt man in einen anderen, vergeht Zeit. Auch beim Sammeln, Kämpfen und brauen vergeht Zeit. Es gibt auch ein Bett, in dem wir schlafen können, um Zeit totzuschlagen.

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Kommen wir jetzt zum Kampf gegen die Monster. Es gibt keine wirklichen Zufallskämpe, außer vielleicht die auf der Weltkarte. Somit lässt sich hier sehr taktisch vorgehen. Wollen wir uns einen Vorteil verschaffen, hauen wir unseren Feind bereits vor dem Kampf. Ansonsten können wir auch einfach nur gegen ihn laufen und der Kampf beginnt. Auf der linken Seite des Bildschirms wird die zeitliche Abfolge der Kontrahenten abgebildet. Je höher, desto eher ist man am Zug. Spätestens jetzt weiß man, dass es sich um rundenbasierte Kämpfe handelt. Unsere Gegner sind die ersten, die sich ihren Zug aussuchen dürfen. Danach sind wir an der Reihe. Uns stehen verschiedene Aktionen zur Verfügung. Zum einen können wir mit unserer Waffe ganz normal angreifen, wer es gern stärker möchte, nutzt einen Zauber, der allerdings MP kostet. Wie auch in anderen Rollenspielen, können wir uns verteidigen, ein Item einsetzen, oder aber fliehen.

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Eine interessante Technik ist hier der Chain Link. Diese Leiste füllt sich durch die verschiedenen Aktionen unserer Teammitglieder auf. Ist sie voll, setzen unsere Mitstreiter eine stärkere Attacke ein, oder gehen voll in die Defensive, je nachdem, wie wir das vor jeder Runde auswählen. Sollten die Gegner zu stark für uns sein und wir beim Kampf sterben, so ist das nicht weiter schlimm. Es gibt kein Game Over Atelier Sophie: The Alchemist of the Mysterious Book. Wir wachen einfach wieder in unserem Atelier auf und haben einige gesammelte Materialien verloren. Danach geht es einfach wieder auf die Suche nach neuen.

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Schauen wir uns jetzt die Alchemie etwas näher an. In unserem Buch stehen ja möglicherweise schon Rezeptideen, die wir auf unseren Reisen entdeckt haben. Falls nicht, können wir auch einfach ein altes Rezept noch einmal herstellen. Haben wir uns also für ein Rezept entschieden, müssen wir die Materialien auswählen. Manche Materialien sind sehr speziell und werden erst durch die Story freigeschaltet oder man erhält sie von anderen Personen, es gibt aber auch einfache Kategorien wie Erz oder Wasser. Haben wir eine Kategorie ausgewählt, beispielsweise Pflanzen, können wir uns frei entscheiden, welche wir denn benutzen möchten. Jede Ressource besitzt einen sogenannten Kategoriewert, der aussagt, wie gut seine Affinität mit der gewählten Kategorie ist.

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Das ist aber noch nicht alles! Jede Ressource besitzt auch noch eine Qualitätsstufe, einen möglicherweise vorhandenen Effekt, der weitergegeben werden kann, eine Größe, die gleich noch eine Rolle spielt und eine Anzahl an Benutzungen. Außerdem hat jede noch eine Farbe, die für den resultierenden Effekt eine Rolle spielt. Nehmen wir als Beispiel die Berg Medicine, ab einem Einsatz der Farbe Grün von mehr als 50 Punkten (Kategoriewert der einzelnen Ressourcen) wird der Effekt HP Recovery XS zu HP Recovery S. Dieser hohe Wert von 50 lässt sich auch noch weiter steigern, ohne die Materialien zu wechseln. Wenn wir nämlich alle Ressourcen ausgewählt haben, dürfen wir alles in den Kessel werfen. Dort befindet sich ein 4×4-Gitter. Diese kann im Laufe des Spiels noch größer werden und nimmt bei jedem Rezept eine andere Farbe/Form an. In diesem Gitter befinden sich Boni-Lichter, die einen Bonus auf die gleiche Farbe bringen, wenn sie eingebaut werden. Es gibt die Farben Rot, Gelb, Grün, Blau und Weiß. Beim Setzen der Materialen spielt auch die Größe eine Rolle, in Tetris-artigen Formen legen wir die Ressourcen auf das Gitter und versuchen, so die größtmögliche Fläche abzudecken. Je mehr abgedeckt wird, desto größer ist der Bonus am Ende. Durch die Alchemie können wir Ressourcen herstellen, im Kampf Benutzbares, wie Heilmittel oder Bomben, und auch Questgegenstände.

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Mit weit mehr als 60 verschiedenen Rezepten, unzähligen Orte an die wir reisen dürfen, einigen Monstern und weit mehr als 15 Stunden Spielzeit, hat man hier auf jeden Fall einiges zu tun. Teilweise fehlt jedoch die Abwechslung, da man immer das gleiche macht. Lernt man ein neues Rezept, geht man auf die Suche nach den Materialen, bekämpft ein paar Monster und geht wieder zurück um den Gegenstand herzustellen. Und so geht das immer weiter. Es gibt auch in der Stadt sehr viele Zwischensequenzen mit den Dorfbewohnern, die zum voranschreiten in der Story notwendig sind. Teilweise hat es dann schon etwas genervt, immer und immer wieder mit allen Leuten reden zu müssen.

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Grafisch sieht das Spiel top aus. Die Weltkarte ist schön gezeichnet, die Hauptcharaktere sind detailliert modelliert, alle anderen eher weniger. Die Spielwelt ist schön bunt, wie man sich das von so einem RPG vorstellt. Die Texturen der Spielwelt sind teilweise etwas matschig, was aber im normalen Spielverlauf nicht weiter auffällt und nicht stört. Viele der weiblichen Charaktere sind sehr freizügig gekleidet. Sei es ein weiter Ausschnitt, sehr kürze Röcke oder andere Dinge, die einen auf „mehr“ hoffen lassen. Hier gibt es sicherlich viele Leute, die sich davon gestört fühlen, aber mindestens auch eine genauso große Menge, die das super finden. Auf jeden Fall können wir sagen, dass die Charaktere alle ihren Charakter im optischen wiederspiegeln und, egal wie freizügig oder nicht, auf jeden Fall gut aussehen.

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Eine Sprachausgabe besitzt Atelier Sophie zwar, doch fehlt diese in etlichen Zwischensequenzen. Das sollte eigentlich nicht vorkommen. Die Stimmen der Charaktere spiegeln auch, wie das Optische, den Charakterzug wieder. Die englischen Synchronsprecher leisten gute Arbeit. Man kann für das Spiel insgesamt zwei Sprachen auswählen: Englisch und Japanisch. Man sollte also mindestens der englischen Sprache mächtig sein, um spielen zu können. Da die Untertitel auch in englischer Sprache sind.

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Fazit:

Da ich vorher noch nie ein Spiel der Atelier-Serie gespielt habe, wollte ich mich unbedingt mal an eines wagen. Ich wurde mit Atelier Sophie: The Alchemist of the Mysterious Book nicht enttäuscht. Das Setting mit der Alchemie hat mich gefesselt und für etliche Stunden bespaßt. Ich wollte eigentlich gar nicht mehr aufhören, da ich oft kurz vor einem wichtigen Ereignis in der Story war. Die lange Spielzeit macht das Spiel sehr attraktiv. Genauso die gefühlt endlose Anzahl an Rezepten.

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Positiv

  • Lange Spielzeit
  • Viele Rezepte für die Alchemie
  • Englische Synchronsprecher sind top
  • Schöne Grafik

Negativ

  • Repetitives Gameplay
  • Nur in Englisch und Japanisch erhältlich
  • Nicht immer Sprachausgabe in den Zwischensequenzen
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Dominik Probst

Geschrieben von: Dominik Probst

Informatik-Student und Hobby-Spieleentwickler. Nebenbei auch noch auf Youtube als Let's Player unterwegs. Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe.

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Neueste Kommentare

  • Fabian Gams: Spiel es auf der ps4 ujd wollte wissen was der Unterschied zwischen ernten und fortschritt modus
  • Dominik Probst Dominik Probst: Die Länge lässt sich schwer beantworten. Aber wie man es halt aus anderen Spielen gewohnt ist ;). Und sie sind cine(fant)astisch ^^
  • Tim: Wie lang sind denn sie Zwischensequenzen? Ist es richtig cineastisch oder eher kurze Clips ?